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FPC- und RFC-Designleitfaden für Ingenieure

2026-08-13 Fachartikel 2

Flexible Leiterplatten (FPC) und RFC (RFC) verlangen Werkstoff, Geometrie und Prozess gleichzeitig im Blick. Anders als starre PCBs müssen Flexschaltungen biegen und falten, ohne elektrische Performance und Zuverlässigkeit zu verlieren. Dieser Leitfaden fasst Kernpunkte, Praxis und typische Fallen zusammen.

Werkstoffe: Für die meisten FPC ist Polyimid (PI) erste Wahl – thermisch stabil, chemikalienbeständig, mechanisch robust. PET passt zu weniger anspruchsvollen, kostengetriebenen Anwendungen. PI etwa −40 °C bis +105 °C, PET −40 °C bis +85 °C. Kupferfolie: 1/2 oz (17,5 μm) für Feinpitch und hohe Dichte, 1 oz (35 μm) Standard, 2 oz (70 μm) für Hochstrom. Coverlay aus PI schützt am besten.

Lagenaufbau: FPC kann einlagig (einfachst, günstigst), zweilagig oder mehrlagig sein. Wichtig sind Lagenzahl, Reihenfolge (kritische Signale innen) und Referenzebenen (durchgehendes GND/Power für Impedanz).

Routing: Leiter/Abstand bis 0,05 mm bei hoher Dichte; keine spitzen Ecken, 45° oder Radien; Abstand konstant; kritische Signale weg von Störquellen; Differenzpaare gleich lang und gleich beabstandet; passende Via-Größe mit Tear-Drops.

Biegeradius und Flexlebensdauer: Einlagig mindestens 3× Materialdicke, zweilagig 6×, mehrlagig 10×. Bei dynamischer Biegung Radius vergrößern und dünneres Kupfer für mehr Lebensdauer. FPC mit PI-Coverlay können über 900.000 Zyklen erreichen.

Beim RFC zählt der Rundleiter. Leitlinien: Teilung 1,0 / 1,25 / 1,27 / 2,0 / 2,54 mm an die Bohrung anpassen, genug Verzinnung, Zugentlastung vom Rund- zum Flachteil, Hybrid mit ZIF an einem Ende, Lötstelle weg von engen Biegungen. Starrflex-Via- und Coverlay-Regeln nicht auf RFC übertragen.

DFM FPC: mechanische Bohrung min. ca. 0,2 mm, durchkontaktierte Bohrung ca. 0,3 mm, Leiter/Abstand min. 0,05 mm, Annular Ring min. 0,05 mm, ausreichender Coverlay-Abstand um Pads und Vias, Versteifung nicht über Flexzonen. RFC zusätzlich: Übergang stützt die Flexlagen, ausreichende Flexlänge, präzise Ausrichtung, panelisierbar.

Impedanz: Leitergeometrie auf Zielimpedanz auslegen, z. B. USB ca. 90 Ω, LVDS ca. 100 Ω; Differenzpaare auf Differenzimpedanz (HDMI ca. 100 Ω). Fertigungstoleranz typisch ±10 %.

Typische Fehler: zu kleiner Biegeradius, Leiter quer zur Biegeachse (sollte senkrecht dazu laufen), Vias im Flex, zu wenig Coverlay, scharfe Ecken, schlechter Übergang.

Validierung: elektrisch (Durchgang, Kurzschluss, Isolationswiderstand, Hochspannung), mechanisch (dynamische Biegung, Stecken/Ziehen, Peel), Umgebung (Temperaturzyklus, Feuchte, Thermoschock, Salzsprühnebel), Lötbarkeit.

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